Was ist ein Notarassessor?
Das Wichtigste in Kürze:
- Notarassessoren sind Juristen, die zu Notaren ausgebildet werden. Die Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre.
- Notarassessoren gibt es nur in Bundesländern, die das Nur-Notariat haben (z.B. Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen und Hamburg).
- Notarassessoren erhalten ein Gehalt von ca. 5.000 € im Monat, das Gehalt entspricht dem Gehalt von Richtern.
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Was ist ein Notarassessor?
Ein Notarassessor ist ein Jurist, der sich in der Ausbildung zum Notar befindet. In einigen Bundesländern (z.B. Bayern, Hamburg, Baden-Württemberg usw.) gibt es das Nur-Notariat. Das bedeutet, dass Notare ausschließlich als Notare arbeiten dürfen und nicht zusätzlich als Anwälte. Das Gegenteil vom Nur-Notariat ist das Anwaltsnotariat, in dem Notare zusätzlich als Rechtsanwälte arbeiten dürfen.
Notarassessoren gibt es nur in Bundesländern mit dem Nur-Notariat. In Bundesländern mit dem Anwaltsnotariat erfolgt die Ausbildung von Notaren durch ein weiteres Staatsexamen und die zuvor erworbene Berufserfahrung (mind. 5 Jahre). Entsprechend gibt es in diesen Bundesländern keine Notarassessoren.
Folgende Aspekte charakterisieren die Tätigkeit als Notarassessor:
- Öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis: Notarassessoren befinden sich in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, wobei Notarassessoren bereits den Dienstpflichten von Notaren unterliegen.
- Dauer: Die Ausbildungszeit von Notaren dauert mindestens drei Jahren. Nach drei Jahren haben Notare die Möglichkeit, sich auf freigewordene Notarstellen zu bewerben. Aufgrund der Bewerbungsphase usw. dauert die Zeit als Notarassessor häufig ca. 4 Jahre.
- Anzahl: Die Anzahl an Einstellungen von Notarassessoren orientiert sich an dem Bedarf an Notaren. Entsprechend werden nur so viele Notarassessoren eingestellt wie benötigt werden. Jeder Notarassessor wird also später auch Notar.
- Kein Examen: Im Gegensatz zu Bundesländern mit dem Anwaltsnotariat müssen Notarassessoren kein Notarsexamen ablegen.

Was macht ein Notarassessor?
Notarassessoren werden während der Assessorenzeit die Tätigkeit als Notar kennen. Für die Ausbildung werden Assessoren für mehrere Monate anderen Notaren zugeteilt, um die praktische Tätigkeit als Notar kennenzulernen. Somit lernen Notarassessoren während der Ausbildung mehrere Notariate kennen. Neben der Ausbildung durch andere Notare ist es auch möglich, Ausbildungsstationen in Ministerien (z.B. Justizministerium), bei der Notarkammer oder in der Geschäftsstelle der Bundesnotarkammer zu verbringen.
Im Laufe der Ausbildung werden die Aufgaben immer verantwortungsvoller. Nach mehreren Monaten übernehmen Notarassessoren die ersten Beurkundungen. Nach ca. einem halben Jahr ist es möglich, dass Notarassessoren als Notarvertreter tätig werden, und damit die Tätigkeit als Notar bereits vollumfänglich kennenlernen.
Parallel zur praktischen Ausbildung bei anderen Notaren erfolgt auch die theoretische Ausbildung von Notaren im Rahmen von Fortbildungen durch die Notarkammer.
Nach Ablauf von drei Jahren können sich Notarassessoren auf freie Notarstellen bewerben. Insbesondere in Flächenbundesländern werden allerdings freie Notarstellen vorrangig an bereits fertige Notare vergeben, sodass fertige Notarassessoren vorrangig die unattraktiven Notariate auf dem Land erhalten und sich mit der Zeit in die attraktiven Städte „vorarbeiten“.
Wie wird man Notarassessor?
Die jeweiligen Notarkammern stellen regelmäßig Notarassessoren ein. Die Tätigkeit als Notar ist ein öffentliches Amt, sodass die Vergabe gemäß Art. 33 Abs. 2 GG nach der Bestenauslese erfolgt. Für die Bestenauslese sind die Ergebnisse der beiden Staatsexamen von hoher Bedeutung, wobei das 2. Staatsexamen ein deutlich höheres Gewicht hat als das erste Staatsexamen. In den beliebten Bundesländern (NRW (tlw.), Bayern und Hamburg) ist üblicherweise ein gutes oder sehr gutes 2. Staatsexamen erforderlich. In Flächenbundesländern (z.B. Sachsen oder Thüringen) reicht es aus, wenn Bewerber im 2. Staatsexamen ein Vollbefriedigend erreicht haben. Dazu werden auch weitere Kriterien berücksichtigt:
- Soziale Kompetenzen: Neben den juristischen Fähigkeiten sind auch die sozialen Kompetenzen entscheidungsrelevant. Notare sind Dienstleister für alle Bürger und damit für Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Entsprechend ist ein souveräner Umgang mit Mitmenschen essentiell.
- Akademische Titel: Bei Einstellungsentscheidungen werden außerdem zu einem geringen Anteil auch akademische Titel (Dr. & LL.M.) berücksichtigt.
- Referendariat: Um ein ganzheitliches Bild der Bewerber zu bekommen, müssen Assessoren normalerweise alle Zeugnisse aus dem Referendariat vorlegen.
Wie hoch ist das Gehalt als Notarassessor?
Notarassessoren erhalten ein Bruttogehalt von ca. 5.000 € im Monat. Die Vergütung von Notarassessoren entspricht während der Ausbildungszeit der Vergütung von Richtern (R1-Besoldung). Je nach Bundesland sind Notarassessoren entweder ebenfalls von den Sozialversicherungen freigestellt oder sie erhalten zusätzlich einen Zuschlag, damit das Nettogehalt von Notarassessoren dem Nettogehalt von Richtern entspricht. Dazu erhalten manche Notarassessoren noch Zuschläge für übernommene Vertretungen oder für die Übernahme der Tätigkeit als Notariatsverwalter.
Insbesondere in Flächenbundesländern müssen Notarassessoren häufig umziehen. Für Umzüge und Reisetätigkeiten erhalten Notare eine zusätzliche Kostenerstattung.
Verglichen zu dem späteren Gehalt als Notar ist die Tätigkeit als Notarassessor finanziell gesehen also eher unattraktiv. Auch im Vergleich zu den sehr hohen Gehältern in Großkanzleien bekommen Notarassessoren ein sehr geringes Gehalt.