Wie hoch ist das Gehalt als Notar?
Das Wichtigste in Kürze:
- Notare verdienen im Durchschnitt 500.000 € im Jahr, netto liegt das Jahresgehalt von Notaren damit bei ca. 250.000 €.
- Das Einkommen als Notar hängt insbesondere von dem Beratungsschwerpunkt und der Region ab, in welcher der Notar ansässig ist.
- Notare sind grundsätzlich selbstständig, sodass sie ein hohes unternehmerisches Risiko tragen.
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Was verdient ein Notar?
Notare verdienen in Deutschland durchschnittlich 500.000 € brutto im Jahr. Das entspricht einem Monatsgehalt von ca. 40.000 €. Allerdings schwankt das Einkommen von Notaren stark. Notare beziehen ihr Einkommen aus den Gebühren für die erbrachten Leistungen (z.B. beispielsweise die Beurkundung eines Kaufvertrages für ein Grundstück). Die Gebühren für Notare sind gesetzlich festgeschrieben, entsprechend können Notare weder günstigere noch höhere Gebühren nehmen. Deshalb hängt das Einkommen von Notaren insbesondere von den folgenden Faktoren ab:
- Art des Notariats: In einigen Bundesländern (z.B. in Niedersachsen und Hessen) dürfen Notare parallel auch als Anwälte arbeiten (sog. Anwaltsnotariat). In anderen Bundesländern (z.B. Hamburg oder Bayern) ist die anwaltliche Beratung durch Notare unzulässig (sog. Nur-Notariat). Da es in Ländern mit Nur-Notariat deutlich weniger Notare gibt, verdienen Notare in diesen Ländern mehr Geld mit Notartätigkeiten. Anwaltsnotare haben dafür mit der anwaltlichen Beratung eine Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen, die Nur-Notare nicht haben.
- Schwerpunkte: Die Gebühren von Notaren sind in den jeweiligen Rechtsgebieten sehr unterschiedlich, während die Beglaubigung einer Unterschrift nur wenige Euro kostet, fallen für komplexe Unternehmensverträge mehrere tausende Euro an Gebühren an. Entsprechend beeinflusst der Beratungsschwerpunkt das Einkommen als Notar.
- Immobilienpreise: Ein wichtiger Baustein für die Vergütung von Notaren ist die Beurkundung von Kaufverträgen für Grundstücke. Die Notargebühren hängen bei Grundstückskaufverträgen vom Kaufpreis ab. Entsprechend haben die Immobilienpreise in der Region eine hohe Bedeutung für das Einkommen als Notar.
- Region: Notare beraten und kümmern sich primär um die eigene Region. Deshalb hängen die Einnahmen von Notaren stark von der Region ab, in der die Notare ansässig sind. Notare in Großstädten profitieren etwa von den sehr hohen Immobilienpreisen und den großen Unternehmen, sodass solche Notare Einkommensmillionäre sein können. Auf der anderen Seite ist das Einkommen von Notaren in wirtschaftlich schwachen Regionen mit geringen Immobilienpreisen deutlich niedriger.
Deshalb liegt beispielsweise das Gehalt von Notaren in Hamburg über 500.000 € im Jahr, während das Gehalt von Notaren auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern deutlich unter 500.000 € liegt.
Wie hoch ist das Netto-Gehalt als Notar?
Das Nettogehalt von Notaren liegt bundesweit bei durchschnittlich 250.000 € im Jahr, also circa 20.000 € im Monat. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Gehälter von Notaren bundesweit stark schwanken. Während also manche Notare deutlich mehr also 250.000 € im Jahr netto verdienen, ist das Gehalt von vielen Notaren wiederum deutlich niedriger als der Durchschnitt.
Das Gehalt von Notaren ist grundsätzlich sehr hoch. Allerdings kann das Gehalt von Notaren nicht direkt mit Angestelltengehältern verglichen werden. Zu berücksichtigen ist zum einen, dass Notare typischerweise selbstständig sind. Entsprechend tragen sie ein hohes unternehmerisches Risiko, müssen die Kosten für die Sozialversicherungen vollständig selbst bezahlen und sind auch im Krankheitsfall nicht abgesichert.
Was macht ein Notar?
Notare sind nehmen insbesondere Beurkundungen und Beglaubigungen vor. Dabei handelt es sich um Formvorschriften in Gesetzen, die sicherstellen sollen, dass wirksame Verträge geschlossen werden und sich die Parteien der Bedeutung des Vertrages bewusst sind. Beglaubigungen und Beurkundungen sind insbesondere in den folgenden Rechtsgebieten erforderlich, welche deshalb auch den Arbeitsalltag von Notaren prägen:
- Immobilien: Unter anderem Grundstückskaufverträge sind nur wirksam, wenn sie notariell beurkundet wurden. Entsprechend stellen Immobilientransaktionen, Grundschuldbestellungen usw. einen wichtigen Teil der Arbeit als Notar dar. Notare müssen dabei darauf achten, dass sich beide Parteien über die Bedeutung des Vertrages bewusst sind.
- Familien- & Erbrecht: Auch Erbverträge, Vorsorgevollmachten oder Testamente werden häufig notariell beurkundet. Dies schützt vor späteren Streitigkeiten um die Wirksamkeit. Teilweise ist die notarielle Beurkundung sogar gesetzlich vorgeschrieben.
- Gesellschaftsrecht: Viele gesellschaftsrechtliche Vorgänge, z.B. die Gründung einer GmbH, der Verkauf von Anteilen an einer GmbH oder auch der Abschluss eines Gewinnabführungsvertrages bedürfen der notariellen Beurkundung.
Die oben genannten Rechtsgebiete prägen die Arbeit als Notar. Dabei prüfen Notare die jeweiligen Verträge, teilweise entwerfen Notare diese auch selbst. Neben dem Entwurf bzw. der Prüfung der Verträge ist es auch die Aufgabe von Notaren, die Beurkundung selbst vorzunehmen.